25.04.07

KRITIK an Zeitaufwand für QUASI-Orga

Von: arne.seitz@gmx.de

Liebe Mitglieder des Gesamtelternbeirates,
vorab möchte ich mich dafür entschuldigen, dass ich den Verteiler des Gesamtelternbeirates nutze, obwohl mein Anliegen wahrscheinlich ausschließlich die Eltern von Kindern in städtischen Kindertagestätten betrifft.
Wer nicht schon Post von Frau Myriam Feldhaus (Amtsleiterin des Kinder- und Jugendamtes, Abt. Kindertagesstätten) bekommen hat, der wird demnächst ein Schreiben zugestellt bekommen. Darin werden zwei weitere Schließtage aller städtischen Kindertagesstätten bekannt gegeben (18. Mai und 8. Juni). Grund dafür ist das Projekt zur Qualitätssicherung und Qualitätsentwicklung in Heidelberger Kindertagesstätten (QUASI). Die dadurch notwendigen Fortbildungsmaßnahmen führen zu Überstunden der Mitarbeiter/innen, die nur noch durch zwei weitere Schließtage zu kompensieren sind.

Damit ist das eingetreten was (leider) zu befürchten war. Es wurde ein prestigeträchtiges (und sich nach außen sehr gut zu verkaufendes) Projekt angeschoben, ohne die dafür notwendigen Mittel zur Verfügung zu stellen. Da die Erzieher/innen (und hier haben sie mein vollstes Verständnis!) nicht bereit sind, ihre Überstunden verfallen zu lassen, und die Stadt augenscheinlich kein Geld zur Verfügung stellen kann, diese Überstunden (so gewünscht) angemessen zu vergüten, werden die Kosten auf die Eltern abgewälzt. Das ist, um es drastisch zu formulieren, eine reichlich dreiste Art der Querfinanzierung.

Um das an dieser Stelle noch einmal ausdrücklich zu betonen: Ich finde das Projekt QUASI gut und von Elternseite unterstützenswert. Aber es kann meiner Meinung nach nicht angehen, dass ein solches Projekt geplant wurde, ohne sich Gedanken über die Arbeitszeit der Erzieher/innen zu machen. Und dass Qualitätssicherung (=Dokumentation) und Qualitätsentwicklung (=Fortbildung) eine Mehrbelastung darstellen, sollte eigentlich offensichtlich sein. Umso unverständlicher ist die jetzt angekündigte Maßnahme. Meines Wissens war bei der Vorstellung des Projektes davon nicht die Rede, Teile der Kosten auf die Eltern abzuwälzen.

In diesem Zusammenhang stellt sich weiterhin die Frage, ob uns am Ende des Jahres ein weiteres Schreiben ähnlichen Inhalts ins Haus flattert und/oder ob noch weitere Kostenübernahme/Zugeständnisse von Elternseite notwendig sind, um das Projekt QUASI zu realisieren.

Grund meines Schreibens ist es, einen Meinungsaustausch zu diesem Thema anzuregen.
Deshalb möchte ich vorschlagen, das Thema auf die Tagesordnung der nächsten Gesamtelternbeiratssitzung zu setzen. Unabhängig davon bin ich für Meinungen und Anregungen anderer Eltern dankbar (per Mail). Ggf. könnte auch für die nächste Sitzung ein Entwurf für eine gemeinsame Stellungnahme vorbereitet werden.

Viele Grüße
Arne Seitz
Elternbeirat Kita Breisacher Weg
Helaweg 37
69126 Heidelberg

Von: michaelahollmannblatz@arcor.de

Lieber Herr Seitz,
ich kann mich Ihrem Schreiben nur anschließen. Es kann nicht sein, dass die Qualitätsentwicklung auf Kosten unserer Kinder, die jetzt in den Ktas sind erfolgt. Frau Cornelius wird dieses Thema morgen in der Jugendhilfeausschußsitzung ansprechen, und ich werde mich in den nächsten Tagen an die Stadträte und die entsprechenden Ansprechpartner bei der Stadt wenden. Vor allem wird es voraussichtlich zu wesentlich mehr Schließtagen kommen. Es hat mich persönlich auch sehr geärgert, dass es hieß, die Schließtage seien mit Einverständnis und Absprache des Gesamtelternbeirats festgelegt worden, obwohl Frau Döring nur kurz mit Regina Wehrle gesprochen hat, wie diese wohl die Elternreaktionen einschätzen würde.
Mit freundlichen Grüßen Michaela Hollmann-Blatz

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