22.05.07

IMPULSTHEMA: Demographischer Wandel und Familie

Vortrag „Demografischer Wandel – Neue Chancen für Frauen auf dem Arbeitsmarkt?“
Prof. Dr. Uta Meier-Gräwe, Universität Gießen


Thesenpapier
1. Ob sich die nachwachsende Generation in unserer Gesellschaft künftig für Lebensentwürfe mit Kindern und damit für die Übernahme von generativer Sorgearbeit entscheiden wird oder nicht, hängt maßgeblich von der Attraktivität der vorhandenen Arbeits- und Lebensbedingungen in ihrem unmittelbaren Umfeld ab. Die Vision einer kinder- und familienfreundlichen Kommune reduziert sich dabei keineswegs allein auf die Verbesserung des Angebots an Kinderbetreuung. Vielmehr geht es zunächst um ein klares Bekenntnis aller kommunalen Akteure zur Zielgruppe „Familie“ in unterschiedlichen Variationen. Viele Kommunen haben heute das Ziel, kinder- und familienfreundlicher zu werden, weil sich vor dem Hintergrund des demographischen Wandels allmählich die Einsicht durchsetzt, dass Familien nicht in erster Linie einen Kostenfaktor darstellen, sondern dass sie an ihrem Lebensmittelpunkt soziale Netze knüpfen, ihren Alltag unter Rückgriff auf vorhandene Infrastrukturbedingungen gestalten und durch ihre vielfältigen Aktivitäten, darunter vor allem in Form von generativer Fürsorgearbeit gegenüber ihren Kindern und bedürftigen Familienangehörigen einen wertvollen Beitrag zur Vitalität und Lebensqualität vor Ort leisten, der durch andere soziale Gruppen nicht ersetzt werden kann.

2. Angesichts der absehbaren demographischen Entwicklungen fällt ebenso ins Gewicht, dass das weibliche Bildungs- und Qualifikationspotential in Zukunft auf dem regionalen Arbeitsmarkt eine unvergleichlich größere Rolle spielen wird, so dass die Nachfrage nach kind- und familienbezogenen Dienstleistungen vor Ort ebenso wie nach koordinierten Zeiten von familienrelevanten Institutionen von Seiten berufstätiger Mütter und Väter steigen wird. Der zeitliche Bedarf an verlässlicher Betreuung durch die erhöhte Flexibilität in der
Arbeitswelt, aber auch durch längere Arbeitswege für Familienväter und (-mütter), die zwischen Arbeitsplatz und Wohnung pendeln, ist erheblich gestiegen. Hinzu kommt, dass Arbeitszeiten, Betreuungs- und Schulzeiten, Arzttermine, Erledigungen zur täglichen Versorgung, Behördengänge, Sport- und Freizeitaktivitäten meist von außen gesetzt sind und sich keineswegs differenziert an den Bedarfslagen der Familien orientieren. Diese mangelnde Synchronisation von Zeiten erschweren Familien ihren Alltag. Die Mobilitätsforschung spricht in diesem Zusammenhang von den „multiplen weiblichen Wegeketten“: denn es sind meist die Frauen, die diese Ungleichzeiten austarieren müssen, meist um den Preis der Reduzierung ihrer beruflichen Teilnahme am Erwerbsleben. Diese Situation erzeugt Zeitstress und ist Ausdruck der gesellschaftlich nicht gelösten Vereinbarkeitsproblematik. Soll die Abwanderung von Familien vermieden werden und Familienalltag unter den heutigen Bedingungen gelingen, so sind differenzierte Konzepte und innovative Kooperationsformen in unterschiedlichen kommunalen Handlungsfeldern ebenso von Nöten wie familien- und kinderzentrierte Investitionen, was allerdings zunächst einmal die sachliche Analyse und Wahrnehmung grundsätzlicher Veränderungen in den Familienstrukturen, den Geschlechterrollen, aber auch in der Bildungs- und Erwerbsbeteiligung der nachwachsenden Frauengeneration voraussetzt.

3. Der gegenwärtig hohe Aufmerksamkeitswert gegenüber der Familie - auch auf kommunaler Ebene - verdankt sich in erster Linie dem stillen, aber durchaus wirkungsmächtigen „Gebärstreik“ der Frauen in Deutschland, hinzu kommt in letzter Zeit eine Art „Zeugungsstreik“ der jüngeren Männergeneration. Sicherungssysteme drohen zu implodieren, in etlichen Regionen wird bereits deutlich, was sich in den nächsten Jahren ausweiten wird: Kindergärten, Schulen und andere Einrichtungen werden in Ermangelung von Nachwuchs schließen müssen; von der Wirtschaft wird bereits ein Fachkräftemangel prognostiziert. Diese Entwicklung ist eine Folge der über Jahrzehnte unterschätzten Veränderungen in der Lebenssituation von
Frauen, gepaart mit einer Familienideologie, die wider besseren Wissens und im Gegensatz zu profunden Erkenntnissen aus der internationalen Forschung hartnäckig an der These festhielt, dass es für das gedeihliche Aufwachsen eines Kindes am besten sei, wenn seine eigene Mutter eine Rundum-Betreuung übernimmt, ergänzt um den Besuch eines Halbtagskindergartens. Dieser Müttermythos kollidierte mehr und mehr mit den berechtigten Ansprüchen der inzwischen am besten ausgebildeten Frauengeneration aller Zeiten, ihre erworbenen schulischen und beruflichen Qualifikationen auch im Erwerbsleben umzusetzen. Vor die Alternative „entweder Familie oder Beruf“ gestellt, entscheidet sich heute ein immer größerer Teil der nachwachsenden Frauengeneration für den Beruf. Dabei gilt: Je besser die Frauen qualifiziert sind, desto öfter trifft das zu. Bei den westdeutschen Akademikerinnen bleiben inzwischen ca. 35 Prozent zeitlebens ohne Kinder. .

4. Aber nicht nur die Akademikerinnen bleiben immer häufiger kinderlos, sondern auch die sehr gut qualifizierten Männer. Das ist u.a. eine Folge der Veränderungen auf dem Beziehungs- und Heiratsmarkt: Während noch in den 1970er Jahren Männer überwiegend diejenigen waren, die über höhere schulische und berufliche Abschlüsse verfügten als ihre Partnerinnen, begegnen sich Männer und Frauen – was ihre Bildungsabschlüsse angeht – heute zunehmend „auf gleicher Augenhöhe“ (Arzt heiratet nicht mehr Krankenschwester, sondern Ärztin). Damit stellt sich die Frage, wer nach der Geburt eines Kindes beruflich zurückstecken soll und wie lange, mit einer ganz anderen Tragweite. Die wenigen „neuen Väter“, die sich an der Kinderbetreuung und bei der anfallenden Hausarbeit beteiligen (wollen), treffen in ihrem beruflichen Umfeld zusätzlich auf vielfältige mentale Vorurteile. Immer öfter wird dann die Realisierung von Kinderwünschen aufgrund der fehlenden Unterstützung zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf biographisch „verschoben“ bzw. überhaupt auf die Geburt eines Kindes verzichtet. Die gesellschaftliche Tragweite dieser vermeintlich „privaten“ Entscheidungen ist gravierend: Es
bleiben gerade diejenigen ohne Kinder, die von ihren Bildungsvoraussetzungen und Erwerbsperspektiven her ihren (potentiellen) und mehrheitlich gewünschten Kindern bestmögliche Bedingungen des Aufwachsens bieten könnten. Dieser Tatbestand kann auf Grund seiner schwerwiegenden Folgen für eine Gesellschaft, die im internationalen Wettbewerb keine anderen Ressourcen einbringen kann als ihr Humanvermögen – also ihr kulturelles und soziales Kapital –, gar nicht ernst genug genommen werden. Mit anderen Worten: eine Gesellschaft, der es nicht mehr gelingt, ihre Funktions- und Leistungseliten zu reproduzieren, verspielt ihre Standortvorteile und ihre Zukunft auf lange Sicht.

5. Der tiefgreifende Strukturwandel von Familie hat zu erheblichen Veränderungen in der Zusammensetzung der Wohnbevölkerung in den Kommunen geführt: einerseits ist seit Jahren die Abwanderung gerade der gut ausgebildeten Eltern mit ihren Kindern aus den Städten ins Umland zu verzeichnen, andererseits konzentrieren sich benachteiligte Familien mit und ohne Migrationshintergrund in bestimmten stigmatisierten Wohnquartieren. Viele Armuts- und Sozialberichte haben nachgewiesen, dass es in diesen Stadtteilen und Wohnquartieren zu einer Kumulation von ungünstigen Entwicklungs- und Sozialisationsbedingungen für die dort aufwachsenden Kinder und Jugendlichen kommt. Somit widerspiegelt sich auf der kommunalen Ebene die wachsende soziale Ungleichheit der bundesdeutschen Gesellschaft. In der gerade veröffentlichten Shell-Studie wird geschätzt, dass etwa 15 % der Elternhäuser definitiv überfordert sind; mehr als 10 % jedes Altersjahrgangs verlassen die Hauptschule ganz ohne Abschluss, Fehlernährung, mangelnde körperliche Bewegung gehören ebenso zu den Insignien dieser Kinder und Jugendlichen wie ein extrem schädlicher Medienkonsum, Gewalterfahrungen und teils problematische Beziehungen zum Elternhaus.

6. Wenn im Jahre 2000 immerhin 43 % aller Kinder mit einer Mehrfachbenachteiligung außerhalb des Kindergartens keinerlei Frühförderung erfahren haben, so wird deutlich, dass es mit
einer „öffentlichen Verantwortung für das Aufwachsen von Kindern“ hier zu Lande nicht gut bestellt ist. Die Privatisierung der Kinderfrage und der ausgeprägte westdeutsche Müttermythos haben – pointiert gesagt – gerade für Kinder aus benachteiligten Herkunftsverhältnissen und mit Migrationshintergrund oft ein Zuviel an Familie und ein Zuwenig an kindgerechten und familienergänzenden Betreuungs-, Bildungs- und Förderangeboten hervorgebracht. Gerade Kinder aus Familien in armen und prekären Lebenslagen brauchen einen anregungsreichen Kinderalltag jenseits ihrer teils bedrückenden Herkunftsmilieus. Eine gute Betreuung und Bildung von Anfang an, gepaart mit einer Stärkung der Alltags- und Erziehungskompetenz der Eltern stellt die einzige Möglichkeit dar, wie Kinder aus diesen Herkunftsverhältnissen dem Teufelskreis von Armut entkommen können. Nur so werden sie sich – wie uns die Neurobiologie lehrt – gut entwickeln können, körperlich und geistig, und damit die personalen Voraussetzungen für die Ausprägung von Kreativität, Selbstwahrnehmung, Problemlösungs- und Sozialkompetenz. Ein soziokulturelles Existenzminimum allein ist folglich für arme Kinder und ihre Familien keinesfalls hinreichend, sondern hat zu ihrer „fürsorglichen Vernachlässigung“ (P. Nolte) beigetragen. Vielmehr sind armutspräventive Maßnahmen einer sensiblen Kinder- und Jugendarbeit von der gezielten Frühförderung über eine verlässliche Begleitung und Unterstützung dieser Kinder in der Schulzeit bis hin zu einem gelingenden Ausbildungsabschluss von Nöten. Für ihre Eltern braucht es – basierend auf einem soziokulturellen Existenzminimum – eine begleitende Beratung und Unterstützung mit dem Ziel ihrer Reintegration in den Arbeitsmarkt, die verbunden ist mit vielfältigen vernetzten Formen von aufsuchender und anleitender hauswirtschaftlicher, soziapädagogischer und –psychologischer Familienhilfe und Familienbildung, um Alltagskompetenzen zu vermitteln, Familienbeziehungen zu stabilisieren oder ein „Entgleiten von Zeitstrukturen“ zu verhindern. Zusätzliche monetäre Transfers sind insbesondere für Familienhaushalte keine Lösung, die schon über mehrere
Generationen in Armutslagen leben, weil sich dadurch an der Problemstruktur des Familienalltags und dem Ausgabeverhalten der Eltern schlicht nichts ändert. Anders verhält es sich bei alleinerziehenden Müttern (und Vätern): Sie müssen ihren Alltag mit den im Vergleich zu allen anderen Lebensformen niedrigsten Einkommen bewältigen, so dass sie und ihre Kinder auf eine Verbesserung ihrer finanziellen Lage dringend angewiesen sind.

7. Aus dem Gesagten ergeben sich vielfältige Handlungserfordernisse in unterschiedlichen Politikfeldern. Arbeitsmarktpolitische Strategien sollten betont auf den Ausbau einer familien- und personenbezogenen Dienstleistungsinfrastruktur setzen, anstatt zu meinen, hier weiter mit Ehrenamt und dem lange Jahre praktizierten „Mut zur Lücke“ fortzufahren, jüngst ergänzt um das Instrument der Ein-Euro-Jobs. Wenngleich die Bundesrepublik Deutschland auch in Zukunft ein wichtiger Industriestandort bleiben wird, ist der Wandel zu einer Dienstleistungsgesellschaft unverkennbar und sollte durch staatliche „Markteinführungshilfen“ offensiv und zielgerichtet begleitet werden. Dabei geht es nicht in erster Linie um unternehmensnahe computergestützte Dienstleistungen, sondern um die schrittweise Besserstellung der feminisierten Dienstleistungsberufe, um ihre höhere Wertschätzung und weitere Professionalisierung, wie es andere europäische Länder bereits seit Jahren praktizieren. Die Lebensqualität von Kindern, Familien und pflegebedürftigen Gesellschaftsmitgliedern hängt perspektivisch ganz entscheidend von einem flexiblen und vielfältigen Angebot an solchen Diensten und einer bedarfsorientierten Qualifizierung des Personals mit hoher Schnittstellenkompetenz ab. Deshalb brauchen wir dringend eine öffentliche Diskussion über die Standards in der Kinderbetreuung, der Ernährung, Bildung, Gesundheit und Pflege. Viel zu lange waren diese Tätigkeiten „unsichtbar“ in den Privatbereich verbannt und gesellschaftlich gering geschätzt. Der Ausbau einer vitalen familienergänzenden Infrastruktur hätte drei positive Wirkungen: zum einen wäre das eine wichtige Ermutigungsstrategie zum Leben mit Kindern für AkademikerInnen, zum zweiten böte sie Kindern und Eltern
aus benachteiligten Familien vielfältige Unterstützung im Sinne einer systematischen Armutsprävention und würde dadurch Folgekosten in Milliardenhöhe vermeiden. Drittens schließlich könnten auf diesem Wege in den Kommunen rationalisierungsresistente Beschäftigungschancen für unterschiedliche Qualifikations- und Berufsgruppen entstehen.

8. In der Bildungspolitik ist eine Abkehr von der einseitigen Fixierung auf die Vermittlung von Kompetenzen zur Vorbereitung auf das Erwerbsleben von Nöten. Beispielsweise besteht mit dem Ausbau von Ganztagsschulen die Chance, Kindern und Jugendlichen an ihren Lern- und Lebensorten vielfältige Angebote zu unterbreiten, die ihre körperliche und geistige Entwicklung in jeder Hinsicht befördern, ein Lernen und Be-greifen ihres Umfeldes mit allen Sinnen und zwar unabhängig von ihrer sozialen Herkunft. Das beginnt am Lern- und Lebensort „Schule“ mit einer ausgewogenen Pausen- und Mittagsverpflegung, die in ihrer Bedeutung der Vermittlung von notwendigen Kompetenzen im Lesen, Schreiben und Rechnen keineswegs nachsteht. Gerade Pädagogen neigen jedoch häufig dazu, die ernährungsphysiologische Grundwahrheit zu unterschätzen, dass die Konzentrations- und Lernfähigkeit von Kindern unter anderem substantiell auch von ihrer Versorgung mit Nährstoffen und Vitaminen sowie von einer ausreichenden Flüssigkeitszufuhr abhängt. Da Kinder in ihren Herkunftsfamilien teilweise nicht mehr optimal versorgt werden und auch die notwendigen Kulturtechniken und Alltagskompetenzen häufig nicht mehr erwerben, gilt es diese Themen in den Alltag von Kindergarten und Schulen systematisch zu integrieren und Kinder auch stärker in den Prozess der Mahlzeitenvor- und -zubereitung einzubeziehen. Der Tatbestand, dass heute bereits zwischen 7 und 10 % der Kinder adipös (fettleibig) und weitere 25 bis 30 % übergewichtig sind, zeigt den Ernst der Lage hinreichend an.

9. Mit dem geplanten Ausbau von Ganztagsbetreuungsangeboten ergibt sich darüber hinaus die Chance, in den konkreten
Erfahrungs- und Lernzusammenhängen von Kindern und Jugendlichen zu vermitteln, dass die Familienarbeit keineswegs selbstverständlich oder gar „naturgegeben“ in den Zuständigkeitsbereich von Mädchen und Frauen fällt, sondern Aufgabe beider Geschlechter ist. Bislang jedoch wird eine differenzierte Auseinandersetzung mit den tradierten Geschlechterrollenmustern in der Schule kaum geführt. Eher wird den Mädchen die Illusion vermittelt, dass ihnen später alle Chancen offen stehen, wenn sie sehr (gute) Schulabschlüsse erreichen. Demgegenüber gibt es bis heute eine Schweigespirale in Sachen Haus- und Fürsorgearbeit, für deren Übernahme Frauen nach wie vor verantwortlich gemacht werden, sobald sie sich für Kinder entscheiden. Auch die daraus folgenden negativen Konsequenzen für ihre Berufsperspektive, ihr Lebenserwerbseinkommen und ihre Altersicherung werden nicht thematisiert. Erst im Übergang zur Elternschaft wird zudem deutlich, dass die Erwartungshaltungen beider Geschlechter an eine Partnerschaft mit Kindern teils erheblich divergieren. Das beeinflusst die Qualität der Partnerschaft negativ: die gegenseitige Wertschätzung, gemeinsame Unternehmungen und Zärtlichkeit nehmen nach der Geburt eines Kindes ab, fast die Hälfte der Paarbeziehungen sind nach fünf Jahren auf dem Tiefpunkt angelangt. Der „Rückzug der Männer aus der Familie“ zugunsten von Erwerbsarbeit und Karriere hat aber noch einen weiteren fatalen Effekt: Als Erwachsene treffen Männer in den verschiedensten (Führungs-)Positionen von Wirtschaft, Wissenschaft und Politik vielfach Entscheidungen, die aufgrund der ihren i.d.R. fehlenden Fürsorge- und Alltagskompetenzen (bzw. aufgrund des Mangels an Wertschätzung diesen Aufgabenbereichen gegenüber) nicht sachkundig und bedarfsgerecht ausfallen. Deshalb müssen wir Jungen und jungen Männern in Zukunft Erfahrungs- und Lernfelder von fürsorglicher Praxis eröffnen. Nur so lässt sich ein gesellschaftliches Leitbild umsetzen, das Männer und Frauen für die Erwirtschaftung ihres Unterhalts durch eigene Erwerbsarbeit gleichermaßen verantwortlich macht wie für die entlang des Lebensverlaufs anfallenden Fürsorgeverpflichtungen gegenüber Kindern, kranken und pflegebedürftigen Familienmitgliedern.

10. Dieses Zukunftsmodell eines verantwortlichen Erwachsenendaseins für beide Geschlechter braucht sozialpolitische Flankierungen. Bisher wirken sich Unterbrechungen der Erwerbbiographie nachteilig für die aktuelle Lebenssituation aus, aber auch für die beruflichen Wiedereinstiegschancen und die Alterssicherung. Lücken in der Erwerbsbiographie und die Annahme von prekären Beschäftigungsverhältnissen sind oft gleichbedeutend mit Lücken in der Versicherungsbiographie. Während Männer entlang ihrer Erwerbsbiographie bislang ganz überwiegend in Vollzeit arbeiten, geht der Zuwachs der Erwerbsbeteiligung von westdeutschen Frauen wesentlich auf eine Zunahme von ungeschützten Beschäftigungsverhältnissen mit einer Wochenarbeitszeit von weniger als 20 Stunden zurück, wohingegen der Anteil der in Vollzeit erwerbstätigen Frauen seit 1991 stagniert. Zuzüglich der familienbedingten Unterbrechungen von Erwerbsarbeit ergeben sich daraus kumulative Nachteile für die Lebenserwerbseinkommen und Berufsbiographien von Frauen. Das Leitbild der/s Erwerbstätigen, die/der im Lebensverlauf zugleich auch familiale Fürsorgeaufgaben zu übernehmen hat, kann demnach nur dann durchgesetzt werden, wenn einerseits eine Kontinuität in der Erwerbsbiographie für beide Geschlechter angestrebt wird, andererseits aber auch Unterbrechungen der Erwerbsverläufe lebbar werden zwecks Anpassung der Erwerbsbiographie an Anforderungen zum Beispiel für (Weiter)bildung oder Fürsorgeverpflichtungen im Sinne von „garantierten Optionalitäten“. Das schließt die verstärkte Förderung von Übergängen aus Phasen der Familienarbeit, der (Weiter-)bildung oder der Arbeitslosigkeit in die Erwerbsarbeit und umgekehrt ein. Darüber hinaus braucht es Wiedereinstiegshilfen nach Elternzeit- und Pflegeunterbrechungen, aber auch Möglichkeiten des Wechsels zwischen Vollzeit- und Teilzeit. Außerdem steht eine Reorganisation des Beginns und des Endes von Erwerbsbiographien an: Sowohl die Eintrittsphase in das Erwerbsleben als auch die Austrittsphase haben sich mehr und
mehr zu eigenständigen Phasen entwickelt. Kürzere Schul- und Ausbildungszeiten könnten ebenso wie bessere Bedingungen der Vereinbarkeit von Ausbildung und Familiengründung zur Dekompression von Erwerbsbiographien beitragen, was angesichts der hohen Lebenserwartung und bei einer flexiblen Gestaltung der Ausstiegsphase machbar wäre. Nur so ließe sich die „Rush-Hour of Life“ schrittweise auflösen, d.h. die Konzentration von Aufgaben im mittleren Lebensalter, nämlich berufliches Engagement, Familiengründung und Fürsorgeaufgaben für Kinder bzw. pflegebedürftige Angehörige synchron bewältigen zu müssen.

11. Für kommunale Akteure heißt das, diese veränderten Realitäten zum Ausgangspunkt für eine nachhaltige Politik für Familien zu machen und über eine integrierte Arbeitsmarkt-, Bildungs-, Wohnungsbau- und Infrastrukturpolitik zugleich eine weitere soziale Spaltung von Städten und Regionen zu vermeiden, das heißt die Kluft zwischen privilegierten und sozial benachteiligten Stadtteilen bzw. Regionen möglichst zu vermindern. Kommunale Akteure müssen sich vor allem auch klar machen, dass benachteiligte Bewohner ohne Bildungs und Berufsabschlüsse in der Regel nicht umziehen, d. h. ihre mangelnde gesellschaftliche Integration auch für die Kommune zu sich kumulierenden Problemen und Folgekosten führt. Somit dürften sich staatliche und kommunale Investionen in frühkindliche Bildung und Erziehung unter Einbindung des Elternhauses als gut angelegte soziale und auch ökonomische Zukunftsinvestitionen erweisen. Der dänische Sozialpolitiker Esping-Andersen hat dafür den Begriff einer „neuen kindzentrierten Investitionsstrategie“ kreiert, denn: Bürgerinnen und Bürger eignen sich einen Großteil jenes Kapitals in der Kindheit an, das sie später auf der Suche nach einem guten Leben einsetzen können.

12. Der von der Sachverständigenkommission des 7. Familienberichts geforderte Dreiklang von Infrastruktur-, Zeit und Geldpolitik für Familien wird nur dann im Familienalltag spürbar, wenn Kommunen, ausgehend von einer differenzierten
Bestandsaufnahme der Bedarfslagen von Familien vor Ort den politischen Willen haben, notwendige strukturelle Veränderungen vorzunehmen und die kommunalen Akteure und Ressourcen zielorientiert zu aktivieren und zu vernetzen. Es geht wesentlich darum, die historisch gewachsenen geschlechtersegregierten Zeitstrukturen und räumlichen Distanzen zwischen jenen Einrichtungen und Orten zu überwinden, die heute den Alltag von Familien zwischen Arbeitswelt und der Sorgearbeit für Kinder, aber auch für ältere Familienangehörige so schwierig machen, besonders für die Mütter. Je besser es einer Kommune gelingt, das Bildungskapital der ortsansässigen jungen Frauen- und Männergeneration zu halten oder anzuziehen , sie zur Realisierung ihrer Kinderwünsche zu ermutigen, Bedingungen für mehr Bildungsgerechtigkeit aller Kinder aus unterschiedlichen Schichten unter Einschluss der Kinder mit Migrationshintergrund zu fördern und Familien später auch bei der Frage der Vereinbarkeit von Beruf und Pflege von Angehörigen zu unterstützen, um so höher wird die Lebensqualität, die Wirtschaftskraft und Attraktivität für potentielle Investoren der betreffenden Kommune sein. Denn: Familien sind die besten Investoren in soziale Netzwerke. Junge Paare mit guter Ausbildung und Arbeitsmarktchancen haben Kaufkraft und schaffen mit ihrer Nachfrage nach Konsumgütern und Dienstleistungen letztlich auch Arbeitsplätze für BewohnerInnen mit mittlerer und niedriger Bildung.

20.05.07

TERMINMARKER: GEB-Heidelberg, Treffen Dienstag, 22. Mai 07 um 20 Uhr

Liebe Mitglieder des GEB aller Kitas in Heidelberg,

hiermit möchte ich Euch/Sie an unsere nächste Sitzung, am kommenden
Dienstag, 22. Mai 07 um 20 Uhr erinnern. Wir treffen uns im Nebenzimmer
des Gasthauses "Essighaus", Plöck 97 in der Altstadt.

Unsere Themen sind:

- Quasi-Fortbildung und die Folgen (für Kinder u. Eltern, für
Erzieherinnen),

- Bericht von der Quasi-Informationsveranstaltung für Elternbeiräte

- Verlinkung GEB mit Stadt Heidelberg, Optimierung der Öffentlichkeitsarbeit

- Vorbereitung unserer Podiumsdiskussion mit OB Würzner, BM Gerner, Frau
Feldhaus und Herrn Schütte (Lokales Bündnis für Familien) am Dienstag,
3. Juli 07 (20 Uhr) im Saal der Volkshochschule Heidelberg

Eingrenzung der Diskussionsthemen:

1.Verbesserung der Rahmenbedingungen des GEB Kitas,
2. Qualitätsentwicklung (Zentrale Platzvergabe u. ISO-Zertifikat
"Standortfaktor Familie"
3. Offenlegung von Qualitätsstandards (Betreuungsschlüssel,
Verfügungszeiten, Transparenz der Konzepte u. Angebote)
4. Erweiterung der Öffnungszeiten
5. Anspruch und Wirklichkeit (Wahlversprechen u. ihre Einlösung)

Viele Grüße im Namen aller GEB-Sprecherinnen , bis Dienstag
Regina Wehrle

26.04.07

Diskussion zusätzlicher Schließtage - QUASI in der Kritik

Von: Regina Wehrle (wehrle@mattes.de)
Liebe Mitglieder des GEB städt. Kitas,

es brodelt ja nun ziemlich unter den Eltern der städt. Kitas wegen der
vom Kinder- u. Jugendamt recht kurzfristig angekündigten 2 Schließtage.

Ich habe mittlerweile mehrere emails erhalten, in denen angefragt wurde,
ob es stimme, daß das KJA die Schließtage mit dem Gesamtelternbeirat
abgesprochen habe. Abgesprochen würde ich das nicht nennen.

Ich möchte hierzu erklären: Frau Döring und Frau Busch und ich sind in
einem regelmäßigen Austausch. Bei einem Telephonat vor ca. 4 Wochen ging
es lediglich um eine Einschätzung meinerseits bezüglich der Elternreaktion
auf zwei zusätzliche Schließtage (2 Brückentage)vor den Sommerferien als
Möglichkeit des Überstundenabbaus der Erzieherinnen.

Meine Antwort darauf war: Für Familien, die bereits Schulkinder haben
und daher an Brückentagen sowieso ein Betreuungsproblem haben, ist ein
Schließtag an einem Brückentag nicht so gravierend, d.h. die Schließung
an solchen Tagen ist noch am ehesten zu verschmerzen. (Dies gilt
natürlich nicht für Hortkinder, da haben die Eltern auch ein Problem).
Für Eltern mit jüngeren Kindern gilt dies allerdings nicht.

Ich habe Frau Döring zugestimmt, daß bei Personalmangel in den Kitas an
Fortbildungstagen zwei Schließtage an Brückentagen das "kleinere Übel"
seien, da eine qualitätvolle Kinderbetreuung ansonsten sowieso nicht
möglich ist.

Für die Zukunft und gerade in Hinsicht auf unsere bisher geäußerten
Zweifel an der Durchführbarkeit der Fortbildungen im Zusammenhang mit
dem Orientierungsplan und Quasi bei der vorhandenen Personalausstattung,
möchte ich - wie alle Elternbeiräte - diese zusätzlichen Schließtage
vor den Sommerferien als absolute Ausnahme (als
"Implementierungsschwierigkeiten")tragen.

Soviel zu meiner damaligen "Absprache" mit Frau Döring.

Mittlerweile habe ich mit Frau Döring Rücksprache gehalten. Es handelt
sich um ein Mißverständnis, ausgelöst wohl in nur einer Kita. Um mehr
als um eine Einschätzung hat es sich nie gehandelt. Für die Zukunft werden
- um einen Eindruck zu erhalten - im Vorfeld die
Elternbeiratsvorsitzenden angehört!

Es liegt im Interesse aller Beteiligten, frühzeitig über Schließtage zu
informieren und informiert zu sein. Für das neue Kita-Jahr 2008/09
sollen die gesamten Schließtage - spätestens im Oktober bekannt
gegeben werden.

Zu den aktuellen Schließtagen am 18. Mai und 8. Juni: Sollten diese 2
Tage zu unlösbaren familiären Betreuungsengpässen führen, weil keine
individuellen Lösungen gefunden werden können, wird das Kinder- u.
Jugendamt versuchen eine Betreuungsmöglichkeit zu vermitteln.
Betroffene Eltern mögen sich in diesem Fall direkt an ihre Kita-Leitungen wenden, damit diese über Betreuungsprobleme informiert sind und sie dann zwecks
Organisation in Absprache mit dem Kinder- und Jugendamt Hilfestellung
geben können.
Wir werden am 10. Mai (Quasi-Infoabend) unsere Kritik äußern und
natürlich auf der nächsten GEB-Sitzung am 22. Mai über "Quasi und die
Folgen" weiter diskutieren.

Für heute erstmal viele Grüße,
von Regina Wehrle und Diana Busch



Von: Andrea Schmidt-Niemeyer(schmidt.niemeyer@onlinehome.de) 27.04.07 13:14
Betreff: Re: GEB städt. Kitas: zusätzliche Schließtage

Liebe Frau Wehrle,
angesicht der vielen Angriffe wegen der beiden Schließtage, möchte ich doch
kurz reagieren, da ich die Aufregung doch nicht nachvollziehen kann. Ich
darf Sie hierbei kurz zitieren:

"Ich habe Frau Döring zugestimmt, daß bei Personalmangel in den Kitas an
Fortbildungstagen zwei Schließtage an Brückentagen das "kleinere Übel"
seien, da eine qualitätvolle Kinderbetreuung ansonsten sowieso nicht
möglich ist."

Das wird nämlich bei vielen Argumentationen außen vor gelassen: wenn es
nicht zu diesen beiden zusätzlichen Schließtagen gekommen wäre, würden an
noch mehr Tagen unsre Kinder nur noch von einer Notbesetzung betreut werden.
Schon an anderer Stelle hatte ich einmal erwähnt, dass ich die Entwicklung
angesichts der wenigen Schließtage äußerst problematisch finde... für die
Eltern mag es praktisch sein, an so vielen Tagen die Kita geöffnet
vorzufinden, doch da die Erzieherinnen weiterhin genauso viele Urlaubstage
haben und außerdem Überstunden sich ansammeln (z.B. durch Forbildungen, die
wir sicherlich als Eltern wünschen, um eine qualitative Verbesserung der
Erziehungsarbeit zu gewährleisten oder weil Eltern ihre Kinder zu spät
abholen), kommt es teils zu einer reduzierten Personaldecke im
Normalbetrieb. Mehr Öffnungszeiten mögen vielen berufstätigen Eltern zugute
kommen, wozu ich mich auch zähle, aber wir müssen aufpassen
Erwartungshaltungen nicht zu Lasten unsrer Kinder zu überreizen.
Mit besten Grüßen
Andrea Schmidt-Niemeyer
Kita Emmertsgrundpassage 43

Von: Arne Seitz (arne.seitz@gmx.de)am 27.04.2007
Sehr geehrte Frau Schmit-Niemeyer,
vielleicht lassen Sie mich noch einmal erklären, warum ich (und andere
Eltern sich über zusätzliche Schließtage ärgern (gelinde augedrückt).
Bei der Anmeldung meiner Tochter in einem städtischen Kindergarten habe ich
mit der Stadt einen Betreuungsvertrag abgeschlossen. Darin wurde festgelegt,
zu welchen Zeiten meine Tochter betreut wird, unter welchen Bedingungen
(z.B. Betreuungsschlüssel u.ä.) und wie viel Geld ich dafür zu bezahlen
habe. Soweit so gut. Was die Stadt nun gemacht hat, ist diesen
Betreuungsvertrag eigenmächtig zu meinen Ungunsten zu ändern. Und dabei
spielt es für mich keine Rolle warum die Stadt das tut. In diesem Fall war
die Stadt nicht in der Lage, den Einfluss ihrer Fortbildungsmaßnahmen
richtig einzuschätzen. Das ist an und für sich schlimm genug, kann aber
immer mal vorkommen. Inakzeptabel ist es allerdings diese Misskalkulation
auf die Eltern abzuwälzen. Das wäre ungefähr so, wenn einen Theater seinen
Abonnenten, die für 10 Stück bezahlt haben, während der Spielzeit mitteilt,
dass sie leider nur neune Stücke sehen werden, weil die Probenzeiten der
Schauspieler für ein Stück so umfangreich waren, dass ein Stück gestrichen
werden muss, um die Überstunden zu kompensieren.
Ihr Argument, dass ohne die Schließtage, die Situation noch schlimmer wäre,
zeigt auch wieder, dass die Stadt den Betreuungsvertrag immer wieder zu
Ungunsten der Eltern verändert.
Und genau dagegen möchte ich mich wehren. Wenn die Stadt vollmundige
Ankündigungen macht, dann soll sie bitte auch für die nötige Infrastruktur
sorgen. Und wenn sie die Infrastruktur nicht schaffen kann/will, dann muss
sie ihr Betreuungsangebot an die Infrastruktur anpassen.
Ich stimme mit ihnen aber vollkommen überein, "dass man die
Erwartungshaltung nicht zu Lasten der Kinder überreizen" soll, allerdings
bin ich der Meinung, dass die Stadt Ankündigungen macht, die sie nicht
einhalten kann. Und ich bin nicht bereit die Suppe auszulöffeln, die sich
die Stadt selbst eingebrockt hat.
Beste Grüße
Arne Seitz

25.04.07

KRITIK an Zeitaufwand für QUASI-Orga

Von: arne.seitz@gmx.de

Liebe Mitglieder des Gesamtelternbeirates,
vorab möchte ich mich dafür entschuldigen, dass ich den Verteiler des Gesamtelternbeirates nutze, obwohl mein Anliegen wahrscheinlich ausschließlich die Eltern von Kindern in städtischen Kindertagestätten betrifft.
Wer nicht schon Post von Frau Myriam Feldhaus (Amtsleiterin des Kinder- und Jugendamtes, Abt. Kindertagesstätten) bekommen hat, der wird demnächst ein Schreiben zugestellt bekommen. Darin werden zwei weitere Schließtage aller städtischen Kindertagesstätten bekannt gegeben (18. Mai und 8. Juni). Grund dafür ist das Projekt zur Qualitätssicherung und Qualitätsentwicklung in Heidelberger Kindertagesstätten (QUASI). Die dadurch notwendigen Fortbildungsmaßnahmen führen zu Überstunden der Mitarbeiter/innen, die nur noch durch zwei weitere Schließtage zu kompensieren sind.

Damit ist das eingetreten was (leider) zu befürchten war. Es wurde ein prestigeträchtiges (und sich nach außen sehr gut zu verkaufendes) Projekt angeschoben, ohne die dafür notwendigen Mittel zur Verfügung zu stellen. Da die Erzieher/innen (und hier haben sie mein vollstes Verständnis!) nicht bereit sind, ihre Überstunden verfallen zu lassen, und die Stadt augenscheinlich kein Geld zur Verfügung stellen kann, diese Überstunden (so gewünscht) angemessen zu vergüten, werden die Kosten auf die Eltern abgewälzt. Das ist, um es drastisch zu formulieren, eine reichlich dreiste Art der Querfinanzierung.

Um das an dieser Stelle noch einmal ausdrücklich zu betonen: Ich finde das Projekt QUASI gut und von Elternseite unterstützenswert. Aber es kann meiner Meinung nach nicht angehen, dass ein solches Projekt geplant wurde, ohne sich Gedanken über die Arbeitszeit der Erzieher/innen zu machen. Und dass Qualitätssicherung (=Dokumentation) und Qualitätsentwicklung (=Fortbildung) eine Mehrbelastung darstellen, sollte eigentlich offensichtlich sein. Umso unverständlicher ist die jetzt angekündigte Maßnahme. Meines Wissens war bei der Vorstellung des Projektes davon nicht die Rede, Teile der Kosten auf die Eltern abzuwälzen.

In diesem Zusammenhang stellt sich weiterhin die Frage, ob uns am Ende des Jahres ein weiteres Schreiben ähnlichen Inhalts ins Haus flattert und/oder ob noch weitere Kostenübernahme/Zugeständnisse von Elternseite notwendig sind, um das Projekt QUASI zu realisieren.

Grund meines Schreibens ist es, einen Meinungsaustausch zu diesem Thema anzuregen.
Deshalb möchte ich vorschlagen, das Thema auf die Tagesordnung der nächsten Gesamtelternbeiratssitzung zu setzen. Unabhängig davon bin ich für Meinungen und Anregungen anderer Eltern dankbar (per Mail). Ggf. könnte auch für die nächste Sitzung ein Entwurf für eine gemeinsame Stellungnahme vorbereitet werden.

Viele Grüße
Arne Seitz
Elternbeirat Kita Breisacher Weg
Helaweg 37
69126 Heidelberg

Von: michaelahollmannblatz@arcor.de

Lieber Herr Seitz,
ich kann mich Ihrem Schreiben nur anschließen. Es kann nicht sein, dass die Qualitätsentwicklung auf Kosten unserer Kinder, die jetzt in den Ktas sind erfolgt. Frau Cornelius wird dieses Thema morgen in der Jugendhilfeausschußsitzung ansprechen, und ich werde mich in den nächsten Tagen an die Stadträte und die entsprechenden Ansprechpartner bei der Stadt wenden. Vor allem wird es voraussichtlich zu wesentlich mehr Schließtagen kommen. Es hat mich persönlich auch sehr geärgert, dass es hieß, die Schließtage seien mit Einverständnis und Absprache des Gesamtelternbeirats festgelegt worden, obwohl Frau Döring nur kurz mit Regina Wehrle gesprochen hat, wie diese wohl die Elternreaktionen einschätzen würde.
Mit freundlichen Grüßen Michaela Hollmann-Blatz

EINLADUNG QUASI - 10.Mai / 19:30

24.04.07

KONTAKTADRESSE: Eltern helfen Eltern e.V.

Neue Website zum Thema GTK-Novelle / KiBiz: www.weil-kinder-zukunft-sind.de


Eltern helfen Eltern e.V.
Hammer Straße 1
48153 Münster
Tel. 0251 / 77 84 74
Fax: 0251 / 399 79 85
eMail: eltern-helfen-eltern@muenster.de

www.eltern-helfen-eltern.org

Geschäftsführung: Beate Heeg.
Amtsgericht Münster, Register-Nr. 2771.

23.04.07

TERMIN: Di 22.05 / 20:00Uhr im Essighaus

Liebe Mitglieder des GEB aller Kitas in Heidelberg,

heute möchte ich den Termin unserer nächsten GEB-Sitzung aller Kitas in
Heidelberg ankündigen: DIENSTAG, 22. Mai um 20.00 Uhr im Nebenzimmer des
"Essighauses" (Plöck 97). Achtung: dieses Mal treffen wir uns an einem
Dienstag, nicht wie sonst montags.
Tagesordnung und Erinnerung folgen zu gegebener Zeit.

(G)esamt(E)ltern(B)eirat - Gründung in Heidelberg

Zur besseren Les- und Druckbarkeit des u.g. Text und Bildes `mouseclicken`
Sie bitte auf Dasselbe.

16.04.07

Statistische Betreuungsdichten unter 3-6 jähriger Kinder in Heidelberg und ganz Baden-Württemberg

Zur besseren Lesbarkeit des u.g. Text und Bildes `clicken`
Sie bitte auf dieses.

Hinweis - Aktionstag 15.Mai 2007

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28.03.07

IWD - Studie zur frühkindlichen Bildung

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QUASI - Heidelberger Qualitätsinitiative in Kita und Hort

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Antragsteller:
Prof. Dr. Jeanette Roos und Prof. Dr. Hermann Schöler, Pädagogische Hochschule Heidelberg, Prof. Dr. Dr. Franz Resch, Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Prof. Dr. Martin Klett, Gesundheitsamt des Rhein-Neckar-Kreises

Dauer:
3 Jahre

Beschreibung:
Das Land Baden-Württemberg hat Anfang des Jahres 2006 den Orientierungsplan für Bildung und Erziehung für die Kindergärten des Landes auf den Weg gebracht. Er soll vor allem dazu dienen, die soziale, emotional-motivationale, körperliche, sprachliche und kognitive Entwicklung der Kinder angemessen und nachhaltig zu fördern und die Kinder außerdem in adäquater Weise auf die Erfordernisse der Schule vorzubereiten.
Die Umsetzung dieser Ziele soll durch das Projekt QUASI Heidelberg maßgeblich unterstützt werden. Das Projekt wurde von der Stadt Heidelberg gemeinsam mit ihren Kooperationspartnern aus dem Hochschulbereich und dem Gesundheitsamt geplant. Es soll sicherstellen, dass die Kindertageseinrichtungen aller Träger in diesem unumgänglichen Prozess nicht auf sich gestellt sind. Deshalb will QUASI Heidelberg gemeinsam mit allen Trägern der Kindertagesstätten in Heidelberg unter anderem den Einsatz von Verfahren und Instrumenten für die Entwicklungsdiagnostik und die Beobachtung von Bildungsprozessen sowie die Evaluation der Arbeit in den einzelnen Einrichtungen abstimmen und vereinheitlichen. Dieser Prozess soll durch Beratung, Moderation und regelmäßige Fortbildungs- und Qualifizierungsmaßnahmen unterstützt werden. Dabei werden wissenschaftliche Kriterien und verbindliche Zielvorgaben des Orientierungsplanes ebenso berücksichtigt wie trägerspezifische Charakteristika und Leitbilder.
Die Klaus Tschira Stiftung fördert vor allem die wissenschaftliche Begleitung des Vorhabens.

TERMINMARKER: Dienstag 3 Juli 2007 / 20Uhr

Dienstag, 3. Juli 2007, ab 19:30 Uhr/20 Uhr, Ort wird noch bekannt gegeben. Der Termin wird unter Beteiligung von Bürgermeister Dr. Gerner und dem Geschäftsführer der Heidelberger Dienste, Herrn Schütte, stattfinden. (Hinweis: die Heidelberger Dienste gründen am 28.3.2007 - unter dem Schwerpunkt "Vereinbarkeit von Familie und Beruf" - ein "Bündnis für Familie - Heidelberg").

GEB - Neue Termine / weitere Treffen

Der GEB aller Kitas in Heidelberg trifft sich am 14. oder 21. Mai.
Termin wird rechtzeitig bekannt gegeben!

GEB - 12. März 2007 Gründungssitzung aller Kitas und Horte HD im Essighaus

Protokoll der GEB-Sitzung vom 12. März 2007 / Essighaus

Anwesend waren: Regina Wehrle (Weststadt/Gaisbergstr./ S), Günther Weber (Waldkindergarten/ F), Tanja Simeonidis (Kirchheim/Hardtstr./ S), Michael Kubitza (Kirchheim / Hegenichstr./ S), Esther Zach (Studentenkinderkrippe-Studentenwerk / F), Frau Schulze und Frau LeGall (beide Wieblingen/Garderie Pierre et Marie Curie/ F), Eva Schmitt (Wieblingen/Karolingerweg / S), Petra Köster (Wieblingen/KiGa Viernheimer Weg / F), Diana Busch (Altstadt/Kanzleigasse / S), Manuela Souvard (Boxberg ? /Kiga St. Paul / F), Marion Riwotzki (? / Montessori Kiga / F), Roland Kersting (Kirchheim ?/ St. Georg – kath. Gem. St. Peter / F), Wolfgang Happe (Krabbelstube Humboldtstr.-Studentenwerk / F), Friederike Blaser (Neuenheim/Lutherstr / S), Claudia Geisla (Montessori-Krippe / F), Sibylle Klessen (Montessori-Kiga / F), Marcus Bouwhuis (Heuhüpfer e.V. / F), Christina Cornelius und Michaela Hollmann-Blatz (beide: Schlierbach/Jägerpfad / S), Anita Schwitzer (Weststadt/St. Hildegard / F), Armin Pfeiffer (Wieblingen/Kath. Kiga Kreuzstr. / F), Sabine Harig (Kita INF-Uni Studentenwerk / F), Caroline Hausdörfer (Kinderkrippe INF 685/Unigruppe / F), Marta Pi??? (Kita INF 159-Studentenwerk/ F), Stefanie Bauer (Weststadt/Phil.-Reis-Str. / S), Bea Land (Beruf + Kind e.V. „Die Wichtel“ / F), Jens Wodzak (Neuenheim/Lutherstr. u. Kita Neuenheim e.V. / S u. F), Jan Simon (? / F), Inka Roddewig-John (Neuenheim/Kath. Kiga St. Raphael / F), Stefanie Breitner (Kiga d. Studentenwerks Humboldtstr. / F), Angela Thiery und Anette Auberle (beide: Handschuhsheim/kath. Kiga St. Vitus / F), Ingo Praetorius (Krabbelstube Studentenwerk / F), Monika Schöcke (Südstadt:/Kath. Kiga St. Elisabeth / F) und Peter Diethard (Kita Studentenwerk Humboldtstr. / F).

„Freie“ = steht für alle nicht städtischen Einrichtungen, wie kirchliche, Montessori-, Waldorf-, Anthroposophische, Wald-, studentische und sonstige Kindergärten, Kindertageseinrichtungen, Kindertagesstätten, Krabbelgruppen, Elterninitiativen, private wie auch Firmen-Kinderbetreuungseinrichtungen.
„Kita“ = steht für jede Art und Form einer Kinderbetreuungseinrichtung.


Themen des Abends waren:
1. Vorstellungsrunde:

- Begrüßung und allgemeine Vorstellung durch Regina Wehrle, Vorsitzende des GEB
o Gründung eines Gesamtelternbeirates aller Heidelberger Kitas vor dem Hintergrund einer besseren Vernetzung, eines größeren Erfahrungs- und Informationsaustausches.
o Bisher gab es „nur“ einen GEB städtischer Kitas, dieser GEB entsendet derzeit zwei Vertreter in den Jugendhilfeausschuss, Ziel: langfristig paritätische Besetzung (Mitentsendungsrecht aller Elternvertreter).
o Der GEB der städtischen Kitas hat sich in den letzten Jahren zu einem gut organisierten und positionierten Gremium entwickelt. Die Arbeit sollte weitergeführt werden im Interesse der Kinder und ihrer Eltern aller Kitas in Heidelberg.


- Vorstellung der Elternbeiratsmitglieder aller Kitas (konfessionelle, freie, studentische, städtische und sonstige) in Heidelberg einschließlich U-3-Betreuung.


2. Themensammlung und Zusammenarbeit der Elternvertreter der städtischen und „freien“ Kitas

- Schon bei der Vorstellungsrunde wurde klar, dass es in den Heidelberger Kitas sehr verschiedene Strukturen, Rahmenbedingungen und Trägerinteressen gibt. So sehr die inhaltliche Vielfalt der Kitas wünschenswert ist und alle Eltern sich bewusst für bestimmte Einrichtungen entscheiden, Optimierungsbedarf hinsichtlich Personalausstattung, Gebühren/Beiträgen, Angebote, Öffnungszeiten, Wertevermittlung gibt es überall. Ein Erfahrungs- und Informationsaustausch ist deshalb nützlich und wertvoll.


3. Zusammenarbeit Elternbeiräte freie und städtische Kitas

- Themen, die angesprochen wurden:
o Umsetzung und Einführung der Bildungspläne bzw. des Orientierungsplanes für Kitas Baden-Württemberg in den unterschiedlichen Einrichtungen unter Berücksichtigung der trägertypischen Ausrichtung;
o Qualitätsoffensive in allen Einrichtungen und allen Altersgruppen (siehe im Anhang die Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln);
o Bessere Information der Elternvertretungen bzw. Eltern in den Kitas hinsichtlich Fortbildungsmaßnahmen, -veranstaltungen, Maßnahmen zur Qualitätssicherung und –entwicklung;
o Informationen über QUASI-Projekt (siehe Anlage);
o Informationen über Projekte und Fördermittel (einschließlich EU-Förderprogramme);
o Evtl. Landeszuschüsse;
o Unterschiedliche Gebühren und Kindergarten-Beiträge in den einzelnen Einrichtungen (Chancengleichheit!);
o Personalschlüssel/Personalausstattung in den einzelnen Einrichtungen;
o Ansprechpartner/innen bei den Trägern oder der Stadt zu bestimmten Themen/Fragen;
o Betreuungszeiten anpassen, ggf. erweitern;
o Stärkere Einbindung und Beteiligung der Elternvertreter;
o gemeinsam Forderungen formulieren gegenüber politischen Entscheidungsträgern und Trägern/Verwaltung (Erstellen eines Forderungskataloges);
o Defizit an Informationsmöglichkeiten  Lösungsmöglichkeit durch Internet-Seite / Einbindung des Gesamtelternbeirates (eigener Link?) in städtisches Internet-Angebot/Familienseite;
o Wunsch des sich neu etablierenden GEB: Gesprächstermin mit
OB Dr. Würzner im Rahmen seiner Familienoffensive (evtl. mit Bürgermeister Dr. Gerner, Dezernat für Familie, Soziales und Kultur und Frau Feldhaus, Leiterin des städtischen Kinder- und Jugendamtes).

4. Organisatorisches:
- Der Aufwand soll so gering wie möglich gehalten werden, von einer formellen Gründung im Rahmen eines Vereins wird abgesehen. Die Etablierung eines Gesamtelternbeirates aller Kitas in Heidelberg dient vorrangig dem Erfahrungs- und Informationsaustausch. Es gibt Ansprechpartner/innen für alle Elternvertreter/innen und Eltern (auch für die, die ihre Kinder noch nicht in einer Einrichtung haben, aber Hilfe und Informationen bei Elternvertretern suchen möchten):
o Steffi Breitner (E-Mail: steffibreitner@gmx.net); Einrichtung des Studentenwerks
o Bea Land (E-Mail: BeaLand@web.de), Beruf + Kind e.V. „Die Wichtel“
o Annette Auberle (E-Mail: Auberle@duden.de) , kath. Kiga St. Vitus
o Regina Wehrle (E-Mail: wehrle@mattes.de), städtische Kita Gaisbergstraße
o Diana Busch (E-Mail: dianabusch@gmx.net), städtische Kita Kanzleigasse.

- Treffen des GEB sollen ca. 3-4 Mal jährlich stattfinden. Denkbar wäre, dass wir uns verschiedene Gesprächspartner/Referenten einladen, wenn wir konkrete Themen erörtern wollen oder einzelne Arbeitsgruppen bilden.

5. Öffentlichkeitsarbeit:
- Pressemitteilung im Stadtblatt und auch in der RNZ: Gründung/Einrichtung eines Gesamtelternbeirates aller Kindertagesstätten in Heidelberg

6. Gesprächstermin mit Oberbürgermeister Dr. Würzner:
BITTE TERMIN unbedingt vormerken: Dienstag, 3. Juli 2007, ab 19:30 Uhr/20 Uhr, Ort wird noch bekannt gegeben. Der Termin wird unter Beteiligung von Bürgermeister Dr. Gerner und dem Geschäftsführer der Heidelberger Dienste, Herrn Schütte, stattfinden. (Hinweis: die Heidelberger Dienste gründen am 28.3.2007 - unter dem Schwerpunkt "Vereinbarkeit von Familie und Beruf" - ein "Bündnis für Familie - Heidelberg").
Wir werden noch einen GEB-Sitzungstermin vor den Pfingstferien (vorauss. Montag, 14. oder 21. Mai) ansetzen und bitten um Unterstützung, damit wir einen Forderungskatalog erstellen können. Kreative Ideen sind uns dabei sehr willkommen.


Viele Grüße von Diana Busch (Protokoll), 18.03.2007 / Ergänzungen 22.03.07